Anerkennung von Jugendschutzprogrammen für Inhalte „ab 18“

Mit Wirkung ab Juni sind die beiden von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) anerkannten Jugendschutzprogramme auch für Inhalte „ab 18 Jahren“ zugelassen. Von Michael Stulz-Herrnstadt & Christoph Engelmann

Im letzten Jahr hatte die KJM zwei Jugendschutzprogramme unter Auflage anerkannt. Internet-Inhalte-Anbietern steht seitdem neben Sendezeitbeschränkungen oder Vorschaltmaßnahmen (Online-Ausweiskontrolle) eine dritte Möglichkeit zur Verfügung, ihre Angebote jugendschutzkonform auszugestalten, indem sie ihre Angebote für die anerkannten Jugendschutzprogramme des Vereins JusProg e.V. oder der Deutschen Telekom programmieren.

Die Anerkennung der Jugendschutzprogramme im letzten Jahr erfolgte jedoch nur für Inhalte mit der Altersstufe bis „ab 16 Jahre“; Inhalte „ab 18“ konnten auf diese Weise folglich nicht zugänglich gemacht werden. Dies hat sich inzwischen jedoch geändert. Denn im Mai hat die KJM entschieden, dass die beiden Jugendschutzprogramme ab Juni 2013 auch für die Altersstufe „ab 18 Jahren“ anerkannt werden sollen.

Die jetzt erfolgte umfassende Anerkennung der Jugendschutzprogramme hat Vorteile für Inhalteanbieter und Nutzer. Die Anbieter können auf die aufwändigen anderen Jugendschutzverfahren der Sendezeitbeschränkung oder der Online-Ausweiskontrolle verzichten und dafür die kostengünstigere „Programmierung für Jugendschutzprogramme“ (durch Nutzung von Alters-Labels) einsetzen. Nutzer müssen sich entsprechend nicht mehr an den Sendezeiten orientieren oder eine Alterskontrolle durchlaufen, sondern können die Inhalte direkt abrufen. Die KJM erwartet aber die Weiterentwicklung der Jugendschutzprogramme von den Anbietern. Namentlich sollen die Jugendschutzprogramme auch für mobile Plattformen verfügbar gemacht und die Benutzerfreundlichkeit und Verbreitung sollen weiter ausgebaut werden.

Wie die KJM ferner mitteilt, wird die aktuelle Entwicklung auch bei der Überarbeitung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) im Herbst berücksichtigt. Namentlich soll die freiwillige Alterskennzeichnung für Anbieter rechtssicher ausgestaltet werden und es wird überlegt, ob das System der Altersstufen im Internet auf zwei Stufen, nämlich „ab 14“ und „ab 18“, reduziert wird.

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